Roger Caiazza

In einer Sonderausgabe der Washington Post meint Oliver Uberti, dass „das Vertrauen in die Meteorologie Leben gerettet hat. Das Gleiche ist für die Klimawissenschaft möglich“ (hier). Der ehemalige leitende Designredakteur des National Geographic und Mitautor von drei von der Kritik gefeierten Büchern über Karten und Grafiken zeichnet die Geschichte der Wettervorhersage und -kartierung hervorragend nach. Leider kommt er zu dem Schluss, dass die meteorologischen Vorhersagen gut funktioniert haben und wir jetzt „Zugang zu einer Fülle von Klimadaten und Datenvisualisierungen haben, die uns das Wissen geben, um mutige Maßnahmen zu ergreifen“.

Uberti schreibt:

„Die lange Geschichte der Wettervorhersage und -kartierung zeigt, dass der Zugang zu guten Daten uns helfen kann, in unserem eigenen Leben bessere Entscheidungen zu treffen. Das Vertrauen in die Meteorologie hat unsere Gemeinden, unseren Arbeitsweg und unseren Handel sicherer gemacht – und dasselbe ist auch für die Klimawissenschaft möglich.“

Ich empfehle, den größten Teil des Artikels zu lesen. Er zeichnet die Geschichte der Wetterbeobachtung und -kartierung ab 1856 nach, als der erste Direktor der Smithsonian Institution Joseph Henry damit begann, das Wetter des Landes auf einer Karte in der Zentrale zu veröffentlichen. Schließlich gelang es ihm, Telegrafen-Unternehmen zu überreden, täglich Wetterberichte zu übermitteln, und schließlich schaffte er es, 500 Beobachter für die Berichterstattung zu gewinnen. Der Bürgerkrieg legte das Netz jedoch lahm. Increase A. Lapham, ein autodidaktischer Naturforscher und Wissenschaftler, schlug einen Sturmwarndienst vor, der 1870 im Rahmen des U.S. Army Signal Office eingerichtet wurde. Obwohl der Anstoß für ein Warnsystem gegeben wurde, dauerte es noch viele Jahre, bis das System tatsächlich Sturmwarnvorhersagen machte. Uberti erklärt, dass schließlich die Bedeutung der Sturmvorhersage erkannt wurde, dass die Warnungen einen sinnvollen Beitrag zur Sicherheit leisteten und dass die Kombination von Wissenschaft mit guter Kommunikation und visuellen Darstellungen „der Öffentlichkeit half, das Wetter, das ihr Leben beeinflusst, besser zu verstehen, und sie dadurch in die Lage versetzte, Maßnahmen zu ergreifen“.

Dann jedoch dreht Uberti durch:

„Seit Katrina 2005 New Orleans überschwemmte, gab es die 10 wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen. Und mit dem Anstieg der Meeresoberflächentemperaturen hat sich auch die Zahl der tropischen Wirbelstürme erhöht, ebenso wie ihre Größe, Stärke und Sättigung. Tatsächlich haben sich viele der teuersten Stürme der Welt, was die Sachschäden angeht, seit Katrina ereignet.

Vor zweihundert Jahren wäre eine 10-Tage-Vorhersage noch absurd gewesen. Heute können wir vorhersagen, ob wir morgen einen Regenschirm oder nächste Woche einen Schneepflug brauchen. Stellen Sie sich vor, wir würden Karrieren planen, Häuser kaufen, Infrastrukturen bauen und politische Entscheidungen auf der Grundlage von 50-Jahres-Vorhersagen treffen, so wie wir unsere Wochen anhand von Fünf-Tages-Vorhersagen planen.

Anders als unsere Vorgänger im 19. oder gar 20. Jahrhundert haben wir Zugang zu einer Fülle von Klimadaten und Datenvisualisierungen, die uns das Wissen geben, um mutige Maßnahmen zu ergreifen. Was wir mit diesem Wissen tun, ist eine Frage des politischen Willens. Es mag zu spät sein, um den kommenden Sturm aufzuhalten, aber wir haben noch Zeit, unsere Fenster zu verschalen.“

Es ist für mich erstaunlich, dass Autoren wie Uberti den offensichtlichen Unterschied zwischen dem Vertrauen der Öffentlichkeit in Wettervorhersagen und den Bedenken gegenüber Klimaprognosen nicht sehen. Wettervorhersagen haben ihre Fähigkeiten über Jahre hinweg durch Beobachtungen unter Beweis gestellt und können im Laufe der Zeit Verbesserungen nachweisen. Der kürzlich erschienene Artikel von Andy May, in dem er dokumentiert, dass der Old Farmer’s Almanac seit 230 Jahren bessere Vorhersagen macht als das IPCC seit 30 Jahren, legt nahe, dass es wenig Grund gibt, warum die Öffentlichkeit Klimaprognosen vertrauen sollte. Der Beitrag enthält eine Reihe von Abbildungen, in denen die IPPC-Klima-Modellprognosen mit Beobachtungen verglichen werden, die eindeutig jede Vorstellung von der Fähigkeit der Modelle widerlegen.

Entschuldigung, aber die Behauptung, dass die Verabschiedung politischer Maßnahmen auf der Grundlage von 50-Jahres-Klimavorhersagen durch den Erfolg von Wettervorhersagemodellen irgendwie unterstützt wird, ist bestenfalls unangebracht.

Roger Caiazza blogs on New York energy and environmental issues at Pragmatic Environmentalist of New York.  This represents his opinion and not the opinion of any of his previous employers or any other company with which he has been associated.

Link: https://wattsupwiththat.com/2021/10/19/we-trust-meteorology-to-saved-lives-is-the-same-possible-for-climate-science/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

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